Alice Sara Ott

Klavier

Zu Lebzeiten galt Edvard Grieg als Norwegens Antwort auf Chopin. Richard Wagners mythischem Monumentalismus setzte er seine eigene pittoreske Märchenwelt entgegen. Als großer Formverweigerer ist er in die Geschichte eingegangen, statt Symphonien bevorzugte Grieg lockere Suiten, Fragmente, Tonbilder. Edvard Griegs Klavierkonzert in a-Moll galt lange als Streitross unter den großen Klavierkonzerten des 19. Jahrhunderts, als Plattform technischer Perfektion, als Paradenummer junger Solisten. In den letzten Jahren kam Grieg aus der Mode, verlor im Repertoire der Piano-Stars gegen Schostakowitsch und Messiaen. Fast schon aus der Versenkung hat Alice Sara Ott ihn geholt: Mit ihrem aktuellen Album "Wonderland" brachte sie den skandinavischen Spätromantiker nun ins 21. Jahrhundert.

So verzichtet Ott bei Griegs "Lyrischen Stücken" und seiner gänzlich unbekannten g-Moll-Ballade auf Effekte, die den ruhigen Panorama-Blick auf Griegs grazile Klangwelten verstellen könnten. Alice Sara Ott wird hier zum stillen Medium von Griegs nordischen Fantasy-Visionen, schwebt innig und introvertiert durch eine in sich geschlossene fragile Miniatur-Welt, in der sie so unmerklich auf- und abtaucht, schließlich im Nichts verschwindet wie die Origami-Schmetterlinge, die sie für das Albumcover gefaltet hat. Aus dieser Traumwelt zurück in die Realität führt Alice Sara Otts technische Brillanz, wenn sie sich im zweiten Teil des Konzertabends mit Liszts Sonate in h-Moll einem Mount Everest der Klavierliteratur widmet: Das Werk ist ein magischer Kraftakt für jeden Pianisten von Weltrang, der hier technisch und interpretatorisch restlos alles zeigen muss. Eines von Alice Sara Otts jüngsten Konzerten in ihrer Heimatstadt München feierte die Presse als ein "Feuerwerk virtuoser Tastenkunst".

 

In Zusammenarbeit mit der Konzert-Direktion Hans Adler

Edvard Grieg (1843 - 1907)

Lyrische Stücke


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Ballade g-Moll op. 24


*** PAUSE ***

Franz Liszt (1811 - 1886)
Klaviersonate h-Moll

Philharmonie Berlin - Kammermusiksaal
Herbert-von-Karajan-Str. 1
10785 Berlin
Deutschland